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#52 [Journal] Published: 04.08.2026
Cover-Bild: Wärmepumpen erstmals beliebter als Gasheizungen: Was der neue Ariadne-Report zeigt

Wärmepumpen erstmals beliebter als Gasheizungen: Was der neue Ariadne-Report zeigt

2025 waren Wärmepumpen erstmals die häufigste neue Heizungsart in Deutschland. Was der Ariadne-Report zeigt und was das für Sanierungsentscheide bedeutet.

2025 war ein Wendepunkt im deutschen Heizungsmarkt. Laut dem neuen Fokusreport «Wärme und Wohnen: Zentrale Ergebnisse aus dem Ariadne Wärme- & Wohnen-Panel 2025» wurden Wärmepumpen erstmals häufiger neu eingebaut als Heizkessel mit fossilen Brennstoffen. Der Report des Kopernikus-Projekts Ariadne, gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, basiert auf einer jährlichen Befragung von 15.000 repräsentativ ausgewählten Haushalten. Er erschien am 15. Juli 2026.

Was der Report konkret zeigt

Die Zahlen sind klar: 1,9 Prozent der selbstnutzenden Eigentümerhaushalte liessen 2025 eine Wärmepumpe einbauen, während nur noch 1,4 Prozent auf fossile Heizkessel setzten. Zum Vergleich: 2024 lag der Kesseltausch noch bei 3,0 Prozent. «Während der Einbau von Wärmepumpen beim Heizungstausch im Gebäudebestand seit 2021 stark angestiegen ist, hat sich der von Heizkesseln halbiert», kommentiert PIK-Forscher Anton Knoche, Hauptautor der Studie.

Ein weiterer Befund: Haushalte mit Wärmepumpe heizen im Schnitt günstiger. Die mittleren Heizkosten sanken 2025 auf 1.600 Euro pro Jahr, und Wärmepumpen-Haushalte lagen dabei am unteren Ende. Zusätzlich können die meisten modernen Wärmepumpen im Sommer kühlen, was eine separate Klimaanlage überflüssig machen kann.

Bei deutschen Neubauten ist der Wandel noch deutlicher: 73,6 Prozent der rund 58.900 Wohngebäude, die 2025 in Deutschland fertiggestellt wurden, werden hauptsächlich mit Wärmepumpen beheizt, wie das Statistische Bundesamt im Juni 2026 mitteilte. Das ist mehr als eine Verdoppelung gegenüber 2015, als der Anteil bei 31 Prozent lag.

Warum Wärmepumpen wirtschaftlich attraktiver werden

Der Report identifiziert mehrere sich gegenseitig verstärkende Treiber. Steigende CO2-Preise erhöhen die Betriebskosten von Gas- und Ölheizungen kontinuierlich. Gleichzeitig sinken die Anschaffungskosten von Wärmepumpen durch Skaleneffekte. Der Strommix wird erneuerbarer, was den Betrieb einer Wärmepumpe klimatisch immer besser macht.

Zur Technologie selbst: Eine Wärmepumpe nutzt die in der Umgebung gespeicherte Wärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser und wandelt sie mithilfe von elektrischem Strom in nutzbare Heizwärme um. Für jede eingesetzte Kilowattstunde Strom liefert eine moderne Anlage drei bis fünf Kilowattstunden Wärme. Das macht sie deutlich effizienter als jede direkt elektrische Heizung.

Voraussetzungen für eine effiziente Wärmepumpe

Wärmepumpen arbeiten am effizientesten, wenn die Vorlauftemperatur des Heizsystems niedrig ist, idealerweise unter 55 Grad Celsius. Flächenheizsysteme wie Fussbodenheizungen sind daher besonders geeignet. Doch auch in älteren Gebäuden mit Heizkörpern lässt sich durch den Austausch gegen grössere Modelle oder durch Dämmung oft eine gute Effizienz erreichen. Entscheidend ist eine sorgfältige Systemauslegung durch eine Fachperson.

Standort und Platzverhältnisse spielen ebenfalls eine Rolle: Luft-Wasser-Wärmepumpen benötigen Aussenraum und halten Abstände zu Nachbargebäuden ein (Lärmschutz nach lokalen Normen). Erdwärmepumpen brauchen entweder genug Grundstücksfläche für Flächenkollektoren oder die Möglichkeit einer Tiefenbohrung. Eine Kombination mit einer Photovoltaikanlage senkt die Betriebskosten erheblich und erhöht die Unabhängigkeit.

Förderprogramme in der DACH-Region

In Deutschland fördert die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) den Einbau von Wärmepumpen. Der Basissatz liegt bei 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Mit Zusatzboni (unter anderem Einkommens- und Geschwindigkeitsbonus) kann der Fördersatz in spezifischen Konstellationen auf bis zu 70 Prozent steigen, was jedoch nur für einen Teil der Haushalte gilt. Die tatsächliche Förderhöhe hängt von der individuellen Situation ab und sollte im Vorfeld mit einer Energieberatung geklärt werden.

In der Schweiz unterstützen das Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen sowie kantonal unterschiedliche Zusatzprogramme den Heizungsersatz. Die genaue Förderhöhe variiert je nach Kanton erheblich. In Österreich bieten Bund und Länder ebenfalls Förderungen, deren Konditionen sich jährlich ändern können.

Wichtig in allen drei Ländern: Förderanträge müssen in der Regel vor Baubeginn gestellt werden.

Fazit

Der Ariadne-Report sendet ein klares Signal: Die Wärmewende ist in Deutschland im Gange, und die Marktdaten bestätigen das. Für Eigenheimbesitzerinnen und -besitzer in der DACH-Region empfiehlt es sich, den energetischen Zustand des Gebäudes zu analysieren, eine unabhängige Energieberatung einzuholen, verfügbare Förderprogramme vor Baubeginn zu klären und Wärmepumpe und Photovoltaik von Anfang an als System zu denken.

Der Trend ist eindeutig. Im Gebäudebestand wird die Wärmewende länger dauern als im Neubau, aber auch dort ist der Wandel in Bewegung.

Quellen: Knoche A. et al. (2026): «Fokusreport Wärme und Wohnen: Zentrale Ergebnisse aus dem Ariadne Wärme- & Wohnen-Panel 2025». Kopernikus-Projekt Ariadne, DOI: 10.48485/pik.2026.18. Statistisches Bundesamt (Juni 2026). pv magazine Deutschland, Haufe, Sonnenseite.